USA 2018 – Grand Canyon

Ein Ziel vor Augen zu haben ist immer gut. Wenn man auf Reisen ist und einen großen Berg von Nahem betrachten will, sieht man diesen Berg oft schon aus weiter Ferne. Beim Grand Canyon ist das irgendwie anders. Den konnten wir auf unserer Anreise über Seligman und Tusayan überhaupt nicht sehen. Und dann stehst du da am Abgrund und staunst. Du findest keine Worte und schweigst für einen Moment. Der Grand Canyon ist ein Ort gemacht für die Stille. Wenn nur die Touristen nicht wären …

Selfie für die Galerie
Anreise

Die Strecke vom Joshua Tree NP bis zum Grand Canyon NP haben wir in zwei Etappen aufgeteilt und in der Nähe von Lake Havasu City in Arizona übernachtet. Nun tat sich ein weiteres Problem auf. Der letzte Montag im Mai ist der Memorial Day, ein gesetzlicher Feiertag in den USA. Ursprünglich wurde an diesem Tag der Gefallenen des Bürgerkriegs gedacht, mittlerweile hat sich das auf alle Kriege ausgedehnt. Es ist aber auch das erste lange Wochenende und läutet die Feriensaison ein. Die Nationalparks sind gerammelt voll und ebenso die Campgrounds. Wir haben also am ersten Tag im Grand Canyon nur eine Ehrenrunde absolviert und uns einen groben Überblick verschafft. Hier konnten wir heute nichts mehr reißen und so machten wir uns auf die Suche nach einem Stellplatz. Mittlerweile waren wir etwas entspannter, was das anging.

Auf halber Strecke zwischen Tusayan und dem südlichen Eingang geht eine kleine Straße ab, die Fire Road 800 bzw. die SR 328. Hier ist ein Boondocking Platz.

Der Plan war nun, so früh wie möglich am nächsten Tag für das Wohnmobil einen Parkplatz im NP zu finden und dann mit dem Shuttlebus die einzelnen Stationen abzufahren. War ein guter Plan. Es war noch nicht hell, da konnten wir schon die Scheinwerfer der ersten Autos sehen, die sich die besten Plätze für die Sonnenaufgang-Fotos ergattern wollten. Die Nacht war übrigens so schweinekalt, daß die Heizung im Wohnmobil angesprungen ist. So vier Grad Celsius.

Wir fanden einen Parkplatz und frühstückten erst einmal im Wohnmobil. Wie schon erwähnt, war es ziemlich frisch am frühen Morgen. Dafür war die Ruhe einmalig. Die Wenigen, die schon so früh auf den Beinen waren, verliefen sich im weitläufigen Gelände. Der Grand Canyon gehörte ganz allein uns.

Filmzusammenschnitt vom Boondokker
Filmzusammenschnitt von der Boondokkerin

Wir verbrachten den ganzen Tag hier und ließen uns völlig entspannt mit dem Shuttlebus umher fahren. Natürlich wurde es bald rappelvoll und laut. Durchschnittlich sterben jedes Jahr zwölf Menschen im Grand Canyon, sei es durch Hitze oder Abstürze. Gerade Letzteres wundert nicht, wenn man manche Idioten sieht, die für ein Instagram-Foto ihr Leben aufs Spiel setzen und sich dafür an den Abgrund stellen. Zum Übernachten und Kraft schöpfen für die Weiterreise nach Utah durch das Monument Valley standen wir noch einmal auf dem genialen Boondocking-Platz.

Ein Gedanke zu “USA 2018 – Grand Canyon

  1. Boon Dokkerin 22. Februar 2020 / 10:06

    Grand Canyon – salopp gesagt, ein riesiges „Loch“ in der Erde. Wenn man in der Stille davor verweilt kommen einem dazu eine ganze Menge von Gedanken und Gefühlen. Dieses großartige und wunderschöne „Loch“ gewährte mir einen tiefen Einblick in die Millionen Jahre alte Geschichte unseres Planeten und machte mir bewußt, wie unbedeutend wir Menschleins doch sind, die gerade gemessen im Erdzeitalter nicht mal eine Sekunde lang existieren. Beim Verlassen dieses Ortes beschlich mich ein trauriges Abschiedsgefühl in dem Bewußtsein, das ich diesen Ort wohl nie mehr in meinem Leben wieder sehen werde. Aber ich hatte den Spirit des Grand Canyons in aller Ruhe spüren dürfen und dankbar in mir aufgenommen. Für immer und ewig, … etwas, was einem in seiner Einmaligkeit niemand mehr nehmen kann.

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