No sugar, no cry

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Geistige Kreativität ist nutzlos, wenn sie nicht in eine Kreation mündet. Vielfach wird angenommen, Kreativität sei eine Gabe, aber das ist es meist nicht. Kreativität ist eine Energieleistung. Sie in eine Kreation zu verwandeln, erfordert abermals Energie. Keine Energie, keine Kreation. Genau so ist es mit Motivation. Sie verpufft völlig wirkungslos, wenn den Worten nicht Taten folgen. Auch hier fehlt es oft an Durchsetzungskraft oder vereinfacht, an Energie. Die Energie reicht gerade noch aus, um Ausreden zu finden. Keine Zeit zu haben oder zu müde zu sein. Wobei letzteres oft auch eine Tatsache ist. Aber keine Zeit? Wenig Zeit ist nicht das Gleiche wie keine Zeit. Das ich im Moment jede Menge offene Baustellen habe, hatte ich schon in meinem letzten Beitrag „While my guitar gently sleeps“ angedeutet. Das der Ausbau eines Dacia Dokker zu einem Minicamper auf der Prioritätenliste ganz oben steht, ist dem Umstand geschuldet, dass meine Frau und ich es nicht erwarten können, damit die Welt zu erkunden und davon zu berichten. Auf www.boondokker.de und dem korrespondierenden Youtube – Kanal. Aber ich nutze die wenige Zeit nicht effizient, weil ich eben abends nach meiner Berufstätigkeit müde bin. Ich habe da einen Verdacht.

Es ist nicht so, dass ich nicht ausreichend Schlaf bekomme. Wir gehen zeitig ins Bett, oftmals noch vor elf. Ich bin auch morgens nicht unausgeschlafen. Aber komme ich dann nach Hause, würde ich am liebsten gleich auf das Sofa und mich lang machen. Und ich glaube, das mein Zuckerkonsum an diesem Zustand nicht ganz unbeteiligt ist. Ich arbeite im Außendienst als Servicetechniker. Meine Termine lassen kaum eine reguläre Pause zu und statt einer vernünftigen Mahlzeit sind Schokoriegel und Fruchtgummi in jeglicher Form mein täglich Brot. Das macht sich auf der Waage ebenso bemerkbar und in der Folge auch bei meinem Gemütszustand. Schlechtes Gewissen, Schuldgefühle, Angst um die Gesundheit. „Dann lass es doch einfach!“ wäre ein Ratschlag von Jemandem, der nicht weiß, dass Zucker ein enormes Suchtpotential hat. Denn meine Arbeit ist nicht nur von Termindruck gekennzeichnet, sondern bietet auch jede Menge Gelegenheit zu Konflikten mit Kunden und unserem Auftraggeber. Gegen Frustrationen jeglicher Art hat sich nun bei mir eine Tüte mit Gummibärchen bestens bewährt. Ich sage auch Nervennahrung dazu.

Versunken im Zuckerrausch… Foto: I.Wobig © 2020

Nun ist das so, dass ich die sechzig bereits überschritten habe. Wenn dann im Radio die Nachricht vom Ableben irgendeines Prominenten samt Altersnennung kommt, fängt bei mir die Rechenmaschine unweigerlich an zu rattern und macht mir klar, dass meine Zeit endlich ist. Und das die Uhr unaufhörlich tickt. Ich habe aber noch so viel auf dem Zettel. Es liegt also an mir, ob ich meine knappe freie Zeit sinnvoll, will heißen, zielführend einsetze oder ob ich mich weiter von meiner Dauermüdigkeit beherrschen lassen will. Das ist ja schon ein bisschen wie tot. Dramatisch ausgedrückt. Aber unter „leben“ stelle ich mir eigentlich etwas anderes vor. Nämlich aktiv zu sein. Und kreativ.

Ich habe also beschlossen, die Reißleine zu ziehen und meinen Zuckerkonsum drastisch zu reduzieren. Ganz weglassen geht aus praktikablen Gründen nicht, weil Zucker erstens in sehr vielen Lebensmitteln enthalten ist genau so wie in Obst. Und Mineralwasser schmeckt auch ziemlich fade. Wobei Limonade nicht mein Problem ist, eher zuckerhaltiger Kakao aus der Bäckerei, wovon ich fast täglich einen halben Liter verkonsumiert habe. Ich will auch nicht zum militanten Miesepeter werden und meine dank Zuckerentzug schlechte Laune an meinen Mitmenschen auslassen. Nein, ich werde schrittweise vorgehen. Diese Woche werde ich keine Süßigkeiten kaufen, Basta. Nächste Woche werde ich anfangen, meine Work-Outs wieder ins Tagesprogramm aufzunehmen. Und nach vier Wochen werde ich sehen, wie ich mich fühle und was die Waage sagt.

Wenn ich richtig liege, müssten in ein paar Wochen meine Lebensgeister zurückgekehrt sein. Unterstützend werde ich meine Darmflora mit „guten“ Bakterien versorgen und schauen, dass Vitamine und Mineralien in ausbalancierter Form zugeführt werden. An Bewegung mangelt es mir eigentlich nicht, ich bin den ganzen Tag auf den Beinen. Na ja, nicht ganz. Die Hälfte des Tages verbringe ich mit Auto fahren. Und dann ist erst einmal Urlaub angesagt. Ich habe mir fest vorgenommen, zwei ganze Wochen lang die Seele baumeln zu lassen. Auf einem Campingplatz in MeckPomm. Ohne Netz. Ich werde mit meiner Frau Kajak fahren, die Gegend erkunden, faulenzen, lesen, Zeichnen lernen, baden. Vielleicht werde ich mir auch ein lecker Eis genehmigen.

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