Gedrucktes Handbuch

Ich bin kein Fan von Bedienungsanleitungen oder Handbüchern. Wenn sich mir etwas nicht intuitiv erschließt, habe ich meistens auch kein Bock mehr drauf. Manchmal aber kommt man ohne Hilfestellung nicht weiter, vor allem, wenn „das Neue“ mehr als ein paar Knöpfe hat. Oder eine Software, die DAS kann, wofür man früher ein Aufnahmestudio mit meterlangen Mischpulten und turmhohe Effekt-Racks brauchte. Eine sogenannte DAW, eine Digital Audio Workstation. Ich habe zur Zeit gleich drei auf meinem Rechner, wovon ich eine – Studio One von Presonus – wohl demnächst entsorgen werde. Dann wäre da noch ableton live 10 Suite und von Magix die Samplitude Pro X3 Suite. Letztere habe ich wirklich günstig geschossen, sonst hätte ich nicht von den abgespeckten Versionen Samplitude Studio aufgerüstet. Daneben habe ich schon seit Jahren die jeweils gängige Version vom Magix Musik Maker drauf, die aber als DAW eher nur rudimentär zu gebrauchen ist.

Leider fristeten diese Produkte genialer Programmierkunst ein eher bescheidenes Dasein in meinen Kreativprozessen. Denn wer will sich schon durch 1500 Seiten Online-Hilfe quälen? Ich habe es versucht und man kann sich den Frust vorstellen, wenn nach zwei Stunden immer noch nicht das leisete Tönchen aus den Studiomonitoren erklingt. Das war der Punkt, wo ableton ins Spiel kam. Das ist eine DAW für vornehmlich Elektropop produzierende Hipster, jedenfalls so meine voreingenommene Meinung. Das Gute an ableton ist seine seuchenartige Verbreitung und die damit einhergehende Notwendigkeit an youtube-Tutorials und udemy-Kursen. Das Internet ist voll davon und somit erübrigt sich die mühsame Erarbeitung mit textbasierten Hilfen, online hin oder gedruckt her. Wenigstens konnte ich mir hier die Basics aneignen und meinen Wortschatz erweitern. Denn von „trackbouncing“, „comping“ und dergleichen hatte ich noch nicht viel gehört. Das brachte mich auch in Samplitude Pro X weiter, denn seien wir mal ehrlich: ableton ist ein nettes Spielzeug, aber Samplitude Pro X ist Profiliga. Wer sich die samples der bordeigenen virtuellen Instrumente in Samplitude im Vergleich zu ableton anhört, weiß, was ich meine. Nur nützt auch die tollste DAW herzlich wenig, wenn man damit nicht arbeiten kann. Und deswegen habe ich mir jetzt die Handbücher drucken lassen.

Gesammelte Werke

Die Gründe für mich, eigene Musik produzieren zu wollen, ist einmal dem Umstand geschuldet, für unsere youtube-Videos brauchbare und rechtssichere Musik zu haben, die man nicht auf zig anderen Kanälen auch hört (youtube-Mediathek). Und dann ist da noch meine erfolglose Karriere als Punkrocker, die vor cirka vierzig Jahren ein jähes Ende fand, weil die Geschichte von drei schief gespielten Akkorden schnell auserzählt war. Allein die Möglichkeiten, die sich einem musiktechnisch Interessierten im Vergleich zu damals heute bieten sind einfach zu fantastisch, um sie ungenutzt zu lassen. Selbst für Notenlegastheniker ist es mit Programmen wie dem Magix Music Maker möglich, sich aus gesampleten Loops ein Musikstück zusammen zu klicken. Ich mache das auch, wenn es mal schnell gehen soll oder muss. Hier ein Beispiel mit dem Musik Maker:

mit Bildern aus unserem 2018er USA-Trip

Ich werde mich aber weiter in die Studiotechnik reinfuchsen und dabei voraussichtlich sowohl mit ableton als auch mit Samplitude arbeiten. Die Loops von Magix Musik Maker lassen sich meinem Eindruck nach in ableton besser und geschmeidiger verarbeiten als in Music Maker selbst. Rechtlich ist es so, dass die Loops auch dem Urheberrecht unterliegen und das man je nach Verwendung eine bestimmte Lizenz erwerben muss, wenn man mit der Musik Geld verdienen will. Und das tut man, wenn man seinen youtube-Kanal monetarisiert hat.