Vorfreude

Das neue Jahr 2020 fing ja gut an. Wir haben uns ein neues Auto bestellt. Einen Dacia Dokker. Wenn es nur um einen fahrbaren Untersatz gegangen wäre, hätte uns unser Dacia Sandero noch für die nächsten zehn Jahre oder so genügt. Aber wir wollen mehr. Wir wollen den Dokker zum Minicamper ausbauen – und dafür ist ein Sandero nunmal nicht geeignet. Angefixt wurden wir auf unserer USA-Tour 2018, als wir vier Wochen lang in einem gemieteten Wohnmobil durch Kalifornien, Utah, Arizona und Nevada gefahren sind. Und so nagte ständig der Wunsch nach mehr Freiheit dieser Art an uns.

Was man will, ist das eine. Was man realisieren kann, das andere. Von der Anschaffung her hätten wir uns „nur“ ein sehr betagtes Wohnmobil leisten können, weil wir uns nicht bis über beide Ohren verschulden wollen. Aber dann wohin damit? Wir wohnen in der Stadt zur Miete, was bedeutet, das gute Stück würde die meiste Zeit ungenutzt und ungeschützt auf einer Straße herum stehen. Steuern und Versicherung für ein zweites Fahrzeug. Und letztendlich ist so ein Wohnmobil zu groß und zu unhandlich, um damit dahin zu fahren, wo WIR hinfahren wollen. Um auf irgendeinem Campingplatz zu stehen – da reicht uns unser großes Zelt. Aber wir wollen nicht an einem Platz stehen, sondern reisen, die Gegend erkunden, Städte auch auf Seitenstraßen befahren können und und und.

Die Idee eines Minicampers manifestierte sich. Ursprünglich sollte es ein Zweitfahrzeug werden, welches saisonal genutzt werden sollte. Auch hier wieder zweimal TÜV, zweimal Versicherung, zweimal Autosteuer. Und nur ein Parkplatz vor dem Haus. Auch war die Gebrauchtwagensuche in den bekannten Internetportalen eher ernüchternd als motivierend. Zu teuer, zu heruntergekommen, zu unglaubwürdig. Das muss man sich mal vorstellen: Ein VW T3 syncro Baujahr 1986 mit 241.000 km – da wollen die 28.500 Euro für haben? Gehts noch? Das Problem ist halt, das wir uns von dem Sandero nur sehr schweren Herzens trennen werden.

Aber ein paar Monate sind es ja noch, bis „der Neue“ geliefert wird. Vorher sind wir noch ein zweites Mal in den USA, dieses Mal geht es in den Nordwesten. Und dann kommt erst einmal der Ausbau. Und dafür brauchen wir das Geld vom Verkauf des Sandero. Aber dafür haben wir wieder ein fabrikneues Fahrzeug mit Garantie und der Gewissheit, nicht von einem windigen Gebrauchtwagenhändler über den Tisch gezogen worden zu sein.

Weißes Fell und schwarze Nase. Der Dokker kann nur Knut heißen…         Bild: Dacia.de