USA 2018 – Joshua Tree NP

Wenn wir eines gleich zu Beginn unserer Reise durch die USA gelernt haben, dann das: Selbst wenn der Tank noch halb voll ist, fahr nicht an der Tankstelle vorbei. Es könnte für viele Meilen die letzte gewesen sein. So kamen wir buchstäblich mit den letzten Tropfen in Ojai an. Es war aber nicht nur die Treibstoff-Situation, die an den Nerven zehrte. Über weite Teile dieser Strecke fuhren wir durch verbrannte Erde. Das Thomas-Feuer, welches von Dezember 2017 bis in den Januar 2018 im Los Padres National Forest wütete, vernichtete alles auf seinem Weg und sparte wie durch ein Wunder das kleine Städtchen Ojai [o-hai] aus. Es bekümmerte uns, bis auf die Grundmauern abgebrannte Häuser zu sehen, in denen einst Menschen lebten und lachten.

Lokales Magazin
Fahrt durch den Los Padres National Forest

Nachdem wir hier in Ojai übernachtet haben, ging es weiter. Das Tagesziel für heute war der Joshua Tree National Park. Dazu fuhren wir zunächst auf dem Angels Crest Highway bis nach Wrightwood, um dann auf der Lone Pine Canyon Road unseren Weg fort zu setzen. Die Ausblicke, die sich uns dort boten, nahmen uns schlichtweg den Atem. Im Grunde genommen sind das Seitenstraßen. Viel schneller wären die Highways I 210 und I 10 über San Bernadino gewesen, aber nicht auszudenken, was wir dann alles verpasst hätten. Von nun an wollten wir den großen Interstate Highways fernbleiben, sofern sich Alternativen boten.

Ich bin fast versucht zu sagen, das die Fahrt zum Joshua Tree National Park aufregender war als der National Park selbst. Vielleicht liegt es daran, das sich einem die spröde Schönheit dieser Felsen- und Wüstenlandschaft erst dann erschließt, wenn man sich wirklich Zeit dafür lässt. Zeit, die wir nicht wirklich hatten. 7500 km in vier Wochen – ihr wisst schon. Wir waren noch ziemlich am Anfang dieser Strecke und hatten Küstenlandschaften gesehen und Bergketten überquert. Nun waren wir mitten in der Wüste. Der Mojave Desert.

Für viele Leute aus Los Angeles ist der Joshua Tree so etwas wie ein Naherholungsgebiet. Eingefleischte Stadtmenschen werden vielleicht monieren, das es außer Sand und Steinen hier nichts gibt. Aber es gibt hier etwas sehr seltenes: Stille. Stille und nachts Dunkelheit. Leider war es uns nicht vergönnt, einen entsprechenden Sternenhimmel zu fotografieren, dazu fehlte uns das Können und die Ausrüstung. Wir verbrachten einen Tag und eine Nacht im Joshua Tree NP, bevor wir uns auf den langen Weg nach Arizona machten.